Diktatkönigin



Mit Fußsohlen aus Hornhaut und hochgekrempelten Hosenbeinen mache ich Pause von Safari und Schatzsuche im Dschungel – oder: Wie Kinderspiele sich mit Narzissmus verknüpfen lassen.

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Dass ich solange überlebt habe. Fast 20 lange Jahre.
Wenn ich in den Spiegel blicke, versuche ich, mir dessen bewusst zu werden, versuche, die Erinnerungen aus 19 Jahren und 10 Monaten in mein Gesicht hinein zu versammeln, mir bewusst zu werden was war, was und wer i c h war.
Der Versuch misslingt. Er macht aus mir eine alte Frau, weckt die Frage, wie ich auf die Vergangenheit zurückblicken werde, wenn ich so lange überlebe um denn eine alte Frau sein zu können, da ich jetzt schon nicht begreifen kann, was gewesen ist.
Andererseits: Ich, jetzt, hier. Als sei nie etwas anderes gewesen. Jung, kurz, flüchtig. Jede Woche ein anderer Mensch, ständige Erneuerung.
Nur die Perspektive (von unten aus meinem Schädel heraus) bestätigt, dass die Erinnerung von mir als Kind kommt. Ich sah keinen Film über jemanden. Ich war jemand in einem Film.
In den Spiegel zu sehen gibt jedoch mehr her als bloße Reflektion, ich sehe, was ich sein kann, weil ich es gerne wäre.
Aber ich bin. Das reicht.
Viele sind nicht so weit gekommen wie ich. Und eine Garantie darauf, den nächsten Tag zu erleben, einen Anspruch auf hohes Alter habe auch ich nicht.

Mal, sehen wie weit wir kommen.

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