Diktatkönigin



Sommertag

oh my

Mit langsamen Schritten beginnt es.
Wie immer.
April 2007, wie ein vorgezogener soniger Spätjunitag. Und ich mache die ersten Versuche auf dem Balkongeländer.
Natürlich könnte ich herunterfallen, aber nirgends sitzt man abends an einem sommerlichen Tag so schön wie hier. Gerade rechtzeitig um die ersten Sonnenstrahlen einzufangen.
Erst vorsichtig den Ansatz des Pos von hinten auf den breiten Balkonrand heben, die Füße jedoch noch sicher auf einem Hocker.
Dann ein Bein zaghaft an das Geländer gelehnt.
Jetzt, an der Balkonrandinnenseite hockend, liegen meine beiden Füße auf dem Geländer; ich sitze frei.
Überblicke.
Ich sehe die Spitze der hoch und füllig gewachsenen Birke fast auf Augenhöhe. Sehe tief hinunter.
Oh, wie schwindelt mir.

Jetzt wage ich zu tanzen, minst dock zu wackeln, im Takt.
Und wenn ich falle?
Werd‘ ich nicht.
Mein linkes Bein schlägt den Takt, der mich hinunterstoßen könnt‘.
Und wenn ich falle?
Dann war es kein Versehen.
Ein Versehen.
Dann habe ich mich beim Abwägen der Wagnisse versehen.
Ein Unglück.
Und ich bin glücklich.

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