Diktatkönigin



Scheidepunkt

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Im Moment wollte ich, im Moment sollte ich eigentlich über Erkenntnisse zum veganen Leben schreiben, da ich das in der letzten Zeit sehr vernachlässigt habe. Mir brennen jedoch andere Dinge auf dem Herzen.

Ich bin sehr unzufrieden mit meiner schulischen Situation, bin nicht glücklich. So einfach gesagt wie möglich.
Es liegt nicht an den Menschen, ich mag meine Mitschüler und Lehrer alle sehr gerne. Wirklich. So mit warmer Brust und so. Eher ist es der Leistungsdruck und die Angst vor diesem. Das Aufgeben ohne es versucht zu haben. Und bloß weil man muss, nicht weil man will. Ich will wieder wollen.

Obwohl ich diesen Gedanken immer ablehnte, aus Prinzip, aus praktischen Gründen, des Herzens wegen, denke ich plötzlich sehr ernsthaft darüber nach, vielleicht ist es ja garnicht so schlimm.

Frage: Ja, was denn eigentlich?

Antwort: Das Schuljahr zu wiederholen.

So, jetzt ist raus, was mich mit Zweifel wie mit Hoffnung erfüllt.
Natürlich kann ich mein Abitur auch so schaffen, komme sicherlich irgendwie durch, aber nicht gut und momentan auch ohne jegliche Ambition.
Es gibt momentan mehr dass dafür spricht, die 12 zu wiederholen.
Ich hätte mehr Zeit, Ruhe, einen Blick dafür, wie die Dinge gehen.
Ich könnte schöne Dinge, wie Orchesterfahrten, Jugend debattiert oder das Praktikum noch einmal machen.
Ich hätte jetzt die Gelegenheit mich zu entspannen, mich auf mich zu besinnen.
Ich könnte, und daran hängt momentan alle meine Hoffnung, einen Leistungskurs bekommen, der für mich so sonst nicht möglich gewesen wäre. Das wünsche ich mir so sehr.

Andererseits bin ich jetzt schon ein bis zwei Jahre älter als meine Klassenkameraden und, darauf würde ich meinen blanken Metallarsch verwetten, die älteste meiner Stufe.
Damit wäre ich, sollte ich wiederholen, auf der gleichen Klassenstufe wie mein zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder. Weil mir das wie Versagen vorkam, wiederstrebte bis jetzt alles in mir zu wiederholen.

Nun aber hat es in meinem Kopf ‚klick‘ gemacht.
Ich bin es, die die Definition über das Versagen festsetzt. Und ich entscheide hiermit, dass die Wiederholung nicht Versagen sondern Chance ist. Weil ich mich darauf freue.

Es muss auch nicht hinderlich in Bezug auf die Zukunft sein, weil es mir nicht darum geht, in herkömmlichem Sinne Erfolg zu haben. Ich muss mich keinem Bankausbildungsleiter stellen, der fragt, warum ich soviel Zeit in der Schule verbracht habe, ich muss nicht möglichst schnell an ein Ziel kommen, ich muss niemandem etwas beweisen.
Wenn ich mein Abiturzeugnis erst mit 22 in der Hand halte, macht das nichts, solange ich nur glücklich war und glücklich bin.

(Diese Entscheidung kommt mir so wichtig vor, weil ich sie bewusst getroffen habe, weil ich weiß, was ich tue, weil es direkte Konsequenzen hat, die ich gerne trage. Es wird etwas verändern und ich bin bereit für diese Veränderung.)

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