Diktatkönigin



Im Zweifel immer das Richtige tun.

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                                            Ich möcht‘ gern durch Betonböden waten.
Auch meine Arme wühlten sich so durch.

 

 

 

                                              Ich hätt gern einen goldglitzernden Garten,
dorten hauste ein smaragdfarbener Lurch.

 

                                               Ich durchdräng‘ die Erde mit einem Spaten
und buddelte mich so durch den Wald.

 

 

 

                                                               Schließlich fänd ich, dort wo Raben früher scharrten,
ein Gewissen, gut und in schönster Gestalt.

 

 

Mir tut es leid, wenn Menschen verärgert sind über das, was ich tue.
Das wird nicht dadurch leichter, dass ich das, was ich tue für moralisch unabdingbar halte. Dennoch zweifle ich in diesem Moment selbst an dem Vorhaben.
Die Schulsprecherwahl soll nicht angefochten werden, weil wir enttäuscht sind, nicht selbst Schulsprecher geworden zu sein.
Wiederholt werden muss sie, damit sie eine rechtmäßige Legitimation für die jetzigen Schulsprecher sein kann, damit gewährleistet ist, dass einzelne Schüler nicht mehrere Stimmen haben und damit während der Wahl keine Beeinflussung stattfindet und damit sie geheim ist, wie das bei der Wahl letzte Woche nicht der Fall war.
Es geht also um mehr, es geht um die Achtung der Demokratie.
Wahlen kann man nicht wischi-waschi veranstalten.

Dennoch möchte ich nicht der Buhmann sein und mir tut ehrlich leid, dass die jetzigen Schulsprecher sich ihres Amtes noch nicht sicher sein können. Ich kann jedoch, und da bin ich -wie wir alle- meinem Gewissen vepflichtet, nicht tatenlos oder ignorant dabeistehen wenn Recht verletzt, wenn Wahlgrundsätze gebrochen werden.

Die jetzigen Schulsprecher schätze ich, ich vertraue darauf, dass sie ihre Sache richtig machen, hoffe, dass sie mit Herzen und Leidenschaft bei ihrer Arbeit sein werden.
Wenn eine Nachwahl sie in ihrem Amt bestätigte, würde mich das sehr freuen.

Warum dann aber der Aufwand, die Aufregung?

Weil es bei der Anfechtung nicht darum geht, ob einem das Ergebnis passt oder nicht, sondern darum, dass die Durchführung so organisiert sein muss, dass das Ergebnis einwandfrei zustande gekommen ist.

Das ist mein Dilemma: Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, kann es aber nicht akzeptieren und weiß deshalb nicht recht, welche Entscheidung die Richtige wäre.
Anfechten? Und dann Schelte bekommen?
Nicht anfechten? Und meine Grundsätze verraten?

Ich möchte das Richtige tun, weiß aber, dass jeder Rat, den ich aus der Schülerschaft bekäme, interessensgeleitet wäre.
Was wäre für die Schule, was für die Schülerschaft das Beste?

Ich weiß es nicht.

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Kommentare

  1. * Herr Rau says:

    Ich kenne keine Details und kann also keinen guten Rat geben. Die formale Einhaltung aller Regeln bei Wahlen halte ich aber für sehr wichtig. Selbst wenn’s nur die Klassensprecherwahl ist (nur damit habe ich Erfahrung), die oft von Lehrern und Schülern unzulässig abgekürzt wird.

    | Antwort Verfasst 9 years, 9 months ago
  2. Wahlen an Schulen und die Einhaltung von Regeln – ich halte es mittlerweile wirklich für ein Paradoxon.

    Was kann das mehr ausdrücken als ein Zitat? Ich forderte – bei einer Schülersprecherwahl durch die SV – die Einhaltung „demokratischer Regeln“.

    „So hoch sind wir doch nicht!“

    Toll.

    | Antwort Verfasst 9 years, 9 months ago
  3. * lülü says:

    Ich habe heute mit unserem Schulleiter gesprochen, der ein von mir in der Form nicht erwartetes Verständnis gezeigt hat.
    Er zweifelte die Anfechtung nicht an, erkannte an, dass auch eine Schulwahl demokratisch sein müsse. Und trennte zu Beginn deutlich, dass es nicht das Team, sondern der Wahlvorgang sei, der hier zur Disposition stehe.
    Er hat unser Anliegen verstanden, es ernstgenommen, von Anfang an. Das war ebenso erleichternd, wie die Tatsache, dass er mir zum Schluss versicherte, dass er die Anfechtung nicht zum Anlass nehme, in mir einen Sündenbock zu sehen. (Hat er im Blog gelesen?!)

    In dem Gespräch ging es also nicht um das Ob einer Nachwahl, über das sowieso das Staatliche Schulamt zu entscheiden hat, sondern um das Wie.
    Ob z.B. die Wahl völlig neu ausgeschrieben wird oder mit den alten Kandidaten nur neu aufgezogen.
    Er will auch mit dem alten Wahlkommitee sprechen und ihm scheint es nicht unwichtig zu sein, dass die Wahl bei der Wiederholung einwandfrei verläuft.

    Puuuh.
    So besorgt ich vorher war, so befreit bin ich jetzt. Und ich bin froh, dass wir es doch gemacht haben. Dieses vernünftige Schulleitergespräch hat gezeigt, dass die Entscheidung, die Wahl anzufechten, nicht die Falsche war.
    Ich kann dazu stehen.

    | Antwort Verfasst 9 years, 9 months ago
  4. Das ist doch ein schönes Ergebnis. So sollte es in jeder Demokratie sein… (*hach*)

    | Antwort Verfasst 9 years, 9 months ago


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