Diktatkönigin


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Mit Träumen ist das so eine Sache. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich nicht an ihre Träume erinnern können und behaupten, nicht zu träumen.
Träume boten mir oft Stoff zum Erzählen.

Jetzt finde ich das aber nicht so prima.
Wenn ich träume, gibt es nämlich zwei Arten von Traum, die ich nicht mag.

Die eine Art kommt vor, wenn ich zuviel schlafe:
Meine Phantasie überschlägt sich und ich, da ich nach 12 Stunden Schlaf schon ausreichend ausgeschlafen sein sollte, bekomme das sehr detailreich mit.
Wache auf, klebe aber noch am Traum und drehe mich, vom Lange-Schlafen gar übermüdet, wieder um, um zu erfahren, wie die Abstrusitäten weitergehen.
Ich glaube sie sogar noch, selbst wenn ich für Sekunden die Augen öffne.
Dass ich meinen Flug nach Island nicht verpasst habe, weil ich ja nie einen gebucht habe, und dabei auch nicht zufällig Mel Gibson traf, dem ich beim Jacke-Aussuchen helfen sollte und, nachdem er verschwand, nicht von seinem Chihuawa durch einen Deckel hindurch gebissen werde, kann ich erst glauben, wenn ich nach dem Aufstehen zur Toilette torkele. Kann dabei kaum glauben, wie ich es für echt gehalten habe.
Dabei kommt es mir so real vor, ich kann selbst bei den unwahrscheinlichsten Begebenheiten nicht den Traum beim Träumen erkennen.

Die andere Art Traum überkam mich vorhin:
Ich hatte mich nach einer sehr kurzen Nacht nachmittags übermüdet hingelegt, war so müde, dass ich nicht einmal mein Bett machte, sondern mich zwischen Decken, einer Handtasche und Briefen auf meine Couch kuschelte.
Dabei gab sich meine Phantasie keine Mühe, die Dinge, die in meinem Kopf rumspuken, in Symbole zu packen.
Ich wache auf, fühle mich gerädert und merke, dass das, was ich für einen Traum gehalten habe, in der Realität Bestand hat.
Neue alte Probleme bei der Schulsprecherwahl beispielsweise. Alles mit den realen Protagonisten.

Was für Träume wünsche ich mir denn?

Träume, die mich grübeln kassen. Ich will mich nicht an alles erinnern, möchte einiges aus dem Dunkel suchen und mit Freunden nach Deutungen suchen.
Will weniger Erinnerung an Handlungen, als vielmehr Bilder etwas besser festhalten können. Wünsche mir, dass mich mein Schlaf erholt, und nicht überbeansprucht.
Im Traum möchte ich Hinweise statt auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen, was mich bereits offen beschäftigt.

Träume sind doch das Bindeglied zum Unterbewussten. Ist mein Unterbewusstsein denn schon so nah an mir dran?

Ich will ungewöhnliches, ABER – ich will vor dem Aufwachen merken, dass es ein Traum ist.

Denn da ist ja noch der Halbschlaf:
Im Halbschlaf kann ich mir alles einreden, z.B. dass ich nicht aufstehen kann, weil ich keine Beine habe oder dass meine Lehrer gewisslich verstehen, dass meine Decke so schwer ist, dass ich nicht aus dem Bett gelangen kann. Im Halbschlaf glaube ich das auch ohne Zeifel.
Und dann wache ich auf, an Schultagen, um 1 Uhr am Nachmittag.

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