Diktatkönigin



Gold dust

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Ich will Worte festhalten können. Es geht nur darum, sie festzuhalten. Wenn ich die Wahl habe zwischen dem warmen gesprochenen Wort und dem geschriebenen Wort, beides das gleiche Lob, so will ich es geschrieben sehen. Erinnerung verblasst, aber die Buchstaben, die da auf meinem Bildschirm stehen, bleiben bestehen.Ich kann sie in meine Hand nehmen und liebevoll einzeln betrachten. Kann sie im Lampenschein drehen und von jeder ihrer schönen Seiten betrachten. Ich kann sie umstellen, sie sagen immernoch das Gleiche.

Sie haben es verdient.

 

Es haben Sie verdient.

 

Verdient haben Sie es.

 

Es Sie verdient haben.

 

Haben Sie es verdient?

 

Verdient es haben Sie.

 

Es verdient Sie haben?

 

Sie haben es verdient!

Im geschriebenen Wort habe ich die Garantie, die ich benötige, Sicherheit, habe ich eine Macht, kann zurückhalten, könnte Wildes schleudern und kann wählen. Worte wählen, eines zuviel mag eine Überdosis sein. Je mehr ich dich respektiere und schätze, umso tiefer stecke ich meine Hand in die Truhe, um die Worte zu finden, die genau auf dich passen, drehe und wende nur für dich.
Deine Antwort, so kurz sie auch sein mag, wird hin-und hergelesen. Ich spiele mit ihr. Und frage mich plötzlich: Du wirst es doch nicht ironisch gemeint haben? Die Antwort auf diese Frage bietet nur das gesprochene Wort. Der Blick, die Regung der Mundwinkel, der Tonfall und die Klangerhebung vor dem Fall. Vielleicht kann ich auch beides haben?!

Noch einmal: Sie haben es verdient! Mit einem !. Kurze, abgehackte Hauptsätze, teils unvollständig.

Wie ein Schulterklopfen, von dem man in die Knie geht

Der Satz strahlt so golden, dass ich mich von der Reflektion einer Armbanduhr geblendet glaube.

Der Satz strahlt so golden – ein gruseliges Gefühl – Stolz.

Habe ich es verdient? Ich will mir den Satz einrahmen, denn vielleicht ist er nicht nur schön, sondern sogar wahr.

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Kommentare

  1. 4! Oder doch mehr als reine Zahl? Wortkombinatorik?

    Können bloße Worte schön sein? – oder ist es nicht viel mehr das, was wir mit ihnen verbinden, was wir an ihnen schön finden? Können Worte die Menschen ersetzen, die hinter ihnen stehen? Oder sind sie nur ihre Stellvertreter, Platzhalter?

    Schöner als das Wort ist die Seele des Menschen, der es schreibt.

    | Antwort Verfasst 9 years, 7 months ago
  2. * lülü says:

    Die Worte sind ja so schön, weil sie in einem Zusammenhang stehen. Weil sie eine Bedeutung haben, die von Menschen gegeben ist. Sah man das nicht?

    | Antwort Verfasst 9 years, 7 months ago
  3. Wirklich?

    Die Dadaisten haben Kunst gemacht aus Worten, die keine waren oder keinen Sinn ergaben. Trotzdem ist diese Kunst – nein, ich würde nicht sagen schön. Schön ist ein abgedroschenes Wort, manchmal. Aber gut, das ist diese Kunst. Und voller Emotionen…

    | Antwort Verfasst 9 years, 7 months ago


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