Diktatkönigin



Ich hab heut‘ Nacht geträumet…

…wohl einen frost’gen Traum.

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Auf den Heiligen Abend folgen bis zur Dreikönigsnacht die 12 Raunächte. Zeit für einen kleinen Brauch: Für jede der 12 Nächte wird notiert, was man träumt, als Vorhersage für jeden der kommenden 12 Monate im neuen Jahr. Letztes Jahr habe ich das schon probiert und manche Träume kann man mit Phantasie tatsächlich mit dem entsprechenden Monat in Verbindung bringen. Funktioniert ähnlich wie Horoskope. Oder Pschoanalyse. Irgendetwas passt bestimmt.

25. Dezember – Januar

Sehr verwirrend, sehr bunt und vielschichtig. Eigentlich gibt es zwei Plots, die erste Geschichte handelt von Mord, ausgeführt von einer Frau, Verfolgung etc., aber die Details gingen im Vergessen verloren.
Das zweite, das ist schon interessanter: Ich war in der Schule und habe viele, kleine, seltsame Episoden erlebt. Eines war, wie ich, weil ich so hungrig war, aus dem Sekretariat Brot aus einem Korb stahl, immer und immer wieder und mich dafür schämte, obwohl es gestattet war. Ein anderes, bemerkenswertes Ding war, wie ich mit Löffel/Pinsel und einer Tube Scherzkot in Senfgelb auf dunkle Hundekothäufchen gelbe Kleckse machte. Noch dazu stank der Scherzkot penetrant. Warum? Ich weiß es nicht. Es lief aber mein alter Französischlehrer vorbei, zu dem ich ein ambivalentes Verhältnis hatte. Warum? Keine Ahnung.
Vieles in diesem Traum besteht nur noch aus wirren Bildern, die ich nicht erzählen, sondern über die ich mich nur wundern kann. Vielleicht bringt der Januar eine Erklärung. Vielleicht auch lieber nicht.

Für die Raunächte unwichtig ist, was ich am Heiligen Abend geträumt habe, mir aber ist dieser Traum gewichtig und unheimlich:

Vor Wochen träumte ich, das Andrea wieder da sei, auf dem alten Sofa saß. Das war so fragil, ich ahnte, dass es nicht halten würde, schließlich ist sie tot, seit Juli 2005. Also setzte ich mich auf ihren Schoß und begann zu reden. Wie froh ich sei, dass sie wieder da wäre, dass sie nicht gehen dürfe, auf keinen Fall. Sie konnte mir keine Zusage machen und ich wusste, wenn wir im Traum ein Datum im Juli überschritten hätten, dann würde sie bleiben. Wenn. Ich weinte und schrie beinahe, dass sie mich nicht verlassen dürfe, bitte. Ich ahnte, dass wir dieses Datum nicht überschritten hatten, sondern es kommen würde und sie damit auch gehen würde. So kam es auch, denn ich bin aufgewacht.

Jetzt träumte ich ähnlich, aber doch so anders:

Ich kam ins Wohnzimmer und Andrea lag auf dem Sofa. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie wieder da war. Kein Zweifel an der Sache selbst. Na gut, gewundert hat es mich ein wenig, aber schnell kam die Überzeugung, dass es gut und richtig sei. Endlich. Ich hatte solange gewartet. Sie war da, wie wunderbar, und sie würde bleiben, ganz sicher. Kein Zweifel. Im Traum erinnerte ich mich an den alten Traum und wie brüchig, wie flimmernd ihr Aufenthalt da war. Jetzt war alles fest. Und so sicher. Ich wusste nicht, dass ich träumte. Ich war mir ihrer so sicher. Und es war schön.

(Ihr habe ich mein Herz für Weihnachten zu verdanken.)

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