Diktatkönigin



Windstill. Kribbelherz.

Seit fast einer Woche bin ich zurück. Zeit, die ich brauche, um mich an die Luft hier zu gewöhnen. Dicke, schwere feuchte Luft. Heiße Luft. Diese Stadt ist im Sommer nur Nachts erträglich.
Um einiges hier bin ich jedoch ganz froh:
Was mir in Lettland, besonders in Riga, gefehlt hat, waren Menschen, die auf der Straße lächeln. Die man anlächeln kann, ohne dass sie weggucken, die vielleicht auch zurücklächeln, die Hallo sagen, obwohl sie einen nicht kennen.
Das geht hier alles ganz leicht. Am ersten Tag habe ich die Probe gemacht, der dritte Mensch, dem ich mein Lächeln schenkte, ein grauhaariger Mann mit Brille, lächelte strahlend zurück. Hier habe ich einfach leichtes Spiel. Drei freundliche Blicke in zwei Minuten, dazu jeweils auch ein freundlicher Gruß. Von Fremden wohlgemerkt. Das soll ein Loblied sein auf eine Stadt, deren Anblick mir aus der Ferne Freude bereitet und deren Namen ich doch nie auf einem T-Shirt tragen wollte (Konjunkti II, nicht Präteritum).
Jetzt kann ich die Stunden zählen, bis das neue Schuljahr beginnt. Das letzte Jahr. Auch wie eine lange Reise. Bin ich die einzige, die nervös ist?

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