Diktatkönigin



Warum das mit dem Schreiben nicht immer so leicht ist.

photographien

Ich hab meine Worte gerne fresh. Loslassen, fallenlassen, die kommen schon gut an. Gucken, was passiert. So das Internet und Mails an vertraute Leute.

Es gibt Sachen, die brauchen auch Zeit. Steckbriefe. Selbstbeschreibungen. Da kann jede Woche auch mal ein Wort ausgetauscht werden. Oder wieder zurückgetauscht. Bis es passt und ich nicht zögern würde zu sagen: Japp, das bin ich, das geht in Ordnung.

Aber der Roman, Kruzifix! Für’s Wörtchenfeilen ist er zu groß, für die Freshness ist er zu schwer. Und schon so durchgedacht, ich müsste im Prinzip bloß den Film in meinem Kopf herunterschreiben. Bloß, dass Runterschreiben öde ist. Ein Protokoll des Passierten. Das geht so nicht.
Jetzt habe ich mir Zeit genommen, Zeit gelassen, dazwischen nichts. Wollte so neugemut an die Sache herangehen, Ordnung machen, frisch einrichten, hübsche Bilder aufhängen in dem Text da. Aber das ist ein ganz schöner Saustall. Ich krieg das hässliche alte Zeug da nicht rausgehievt oder so umgestellt, dass wieder Platz ist, für neue Sachen. Ganz schön viel Arbeit. Muss mir da mal was ausdenken.

[Mit etwas Phantasie könnte das ja fast eine Poetik werden. Wer hätte das gedacht?]

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Kommentare

  1. Poetik? Ich hätte nichts anderes von dir erwartet! Und bin sehr gespannt…

    | Antwort Verfasst 8 years, 5 months ago
  2. Das »Raushieven« ist der Grund, warum ich den Beruf des Lektors, hypothetisch, genauso interessant finde, wie den des Schreibers. Ähnlich wie schöne Kleider glatt bügeln.
    Theoretisch.
    Praktisch ist das vermutlich ein eingezwängter Beruf, irgendwo zwischen Verlagsprogramm, Zielgruppenanpassung, Verkaufssteigerung und Verärgern des Autors. Und wahrscheinlich gibt es bei Fiction keine Zusammenarbeit zwischen Lektor und Autor (die Beispiele, die ich kenne, hörten sich zumindest so an)

    Ich räume gerne in fremden Zimmern auf. Aber ich mag dort nichts wegwerfen und bei Büchern gibt es keinen Director’s Cut, keine DVD-Plantinum-Fan-Edition, mit allem rausgefallenem Material. Und überhaupt: Schnittstellen kann man wieder kleben, Streichen ist endgültig. Also doch kein Traumberuf, hmpf – raushieven, drüberpusten und reparieren macht weiter Spaß.

    | Antwort Verfasst 8 years, 5 months ago


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