Diktatkönigin


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Liebe Andrea,

ich nähe dich aufs Herz. Ich nähe dich als Herz aufs Herz. Ich steck in dich hinein und unter dich ein Herzbonbon, in Stoff eingewickelt, unter Stoff, zwischen Stoff und Stoff. Über mein Herz, bei dem ich erst fühlen musste, wo es schlägt, damit ich auch weiß, wohin ich dich sticke und nähe.
Beides sieht man nicht, nicht Herz noch Bonbon. Wir wissen nur.

Ich sitze in der Sonne, offene Balkontür, und friere. Mein Mantel liegt auf meinem Schoß, das Knie im Ärmel, damit ich Halt habe, wenn ich die Nadel stopfe und stecke. Ich halte dich fest und vertue mich etwas.
Zu Nachbars Unfreude höre ich sehr laut Musik, die wir beide mögen. Eine Riverdance-Kassette. Mit Bass, die Boxen können was. Ich horche, ob er kommt und schimpft, der Herrscher über Raum und Zeit.
Er kommt nicht und ich drehe weiter auf.

Da ist nun das Bild und man idolisiert ganz schnell. Weil da kein Mensch ist, sondern nur noch ein Bild. Viele Erinnerungen und ein Bild aus Stoff auf meiner Brust. Da wo das Herz ist. Knubbelig, wegen des Herzbonbons dazwischen. Nur noch ein Bild.
Es fehlt ein roter Kreuzstickkranz, den bekommst du gleich. Der ist nicht das einzige, das fehlt, aber das leichteste, das ich hinbekomme.

Handarbeit als Andacht. Ich denk an dich.

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