Diktatkönigin



Kas?

Begreife nicht. Das war das. Das war das? Was?

So war ein Orchesterkonzert noch nie.
Erstens: So viele Augen auf mir und dabei auch so guter Zuspruch. Davor: „Ihr schafft das schon!“ und viele, viele, viele aufmunternde Blicke, wenn man sich so umschaut. Im Orchester, alle nicken, lächeln aufmunternd. Im Publikum, Winken und Daumen hoch.
Danach: Wem man begegnet: „Gut.“ „Sehr schön.“ Usw. Echt jetzt?
Denn dazwischen: Fehler, Unsauberkeiten, Unsicherheiten.

In der Pause sehe ich alte Lehrer wieder, langvermisste Lehrer. Komisch. Hätte mehr sagen wollen. Aber Konzertsituation. Da ist man durch den Wind und will noch viele andere grüßen.
Nein, Pause: Es ist so seltsam. Will weinen, es begreifen, es festhalten, damit ich merke, wie ich es verliere. Will weinen über sie und mich und uns und die Situation. Was war das? Es zog so vorbei.

Das war das? Das war Solospielen und sie wiedersehen?
Ja, ich habe, was ich wollte. Der Glanz, den verbesserten Kommentar vom Kritischen. (Vor 5 Jahren: „Deine Referate sind ja sehr gut, aber die Geige…“ Heute: „Das war gut/da hat sich ja richtig was getan. Wenn ich da noch an vor 5 Jahren denke…“), das Soloseindürfeneinevondenendietollsind. Eine von denen. Und das ist schwer. Kann mich in die anderen Solisten reinfühlen, weil ich jetzt begreife, wie schwer das für sie ist. Die Aufregung davor (Herzschlag in Allegro, ohne Mist jetzt), die kleinen Patzer, das Loslassen danach. Die Freude über jedes Kompliment.
(Lächeln vom Dirigenten, Erleichterung.)

Trotzdem nicht richtig.
War die letzten Konzerte so melancholisch, habe mich in die schönsten Sachen reingedacht und nicht mehr rausbekommen. Eine große Welt und viel Sehnen. Heute war es anders. Schnell fertig und ich nicht darin verwebt. Auch die Sache mit diesen Lehrern. Will begreifen, die Tragweite und so weiter, und darüber schluchzen können, aber es geht nicht.
Es ist seltsam, wirklich. Kann’s auch nicht erklären. Bin sehr zufrieden, war fast die Schönste, habe viel Gutes erfahren. Trotzdem ist alles weit von mir weg. Weit.

Morgen geht es weiter.

((Mir ist immernoch schlecht von dem Topf Sahne vom Vortag.))

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  1. Blick zurück ins alte Jahr « Diktatkönigin pingbacked - 7 years, 11 months ago

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