Diktatkönigin


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Luxuswunsch

Immer wenn ich gewisse Musik höre, erinnere ich mich an Elternerzählungen, an Elternerlebnisse und will sie nachspielen. Zum Beispiel Faithless. Nur einen Führerschein machen, um mit aufgedrehten Boxen Landstraßen ins Nichts befahren, nur zum Nachdenken, zum Rauskommen, für das Freiheitsgefühl, von dem sie erzählten. So WILL ich den Führerschein machen, den ich nicht brauche. Denn frei fort kann ich anders. Autofahren, alleine, nur um den Kopf klarzukriegen, das lass ich gerade auf Zungen zergehen, teure Rohstoffverschwendung und der Gedanke daran macht das ausgedachte Freiheitsgefühl im Vorneherein schon kaputt. Schade. Ich würde das wirklich gerne mal ausprobieren.

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EinWoHinEin

Kabinettssitzungstisch für mich alleine und mein liebes süßes Internet. Es ist ein Anker. Stockwerke tiefer trinken Menschen vielleicht noch. Stimmgabel, Weggabel. Ich bin im Streit mit mir. Es ist ein höflicher Streit, der in seinem Schweigen erstickt. Thema nicht lösen. Nichts tun, das löst. Nicht. S aus. Wortspielhölle, I reignz it.

Es geht darum, wo ich was schreibe. Wo ich ein Versteckzimmer habe, wo ein Ankleidezimme, wo einen Laufsteg. Wo es meinen Namen, meinen erfundenen Namen, meinen Posernamen gibt. Wo mein Gesicht und wo mich als Kunstpuppe? Oder alles ehrlichauthentischecht? Immerundüberall. Hmpf. Nein. Aber: Wenn ich teile, wird ein Blogort ein überkorrekter Raum, in dem keine Spiele passieren. Und genau jener soll ein schöner werden. Ich will den Laufsteg in einem Wintergarten verstecken. Spiele sind schön. Offenheit und Ärger und Mügelbügelherzgedings auch. Eigentlich ja das als Motto. Sachen passieren lassen. Plaudern wagen, auch in Räumen, die hinterfragt werden. Einfach mal sagen, wenn man kacken gehen muss und nicht immer auf possierlich machen. Hinterfragt werden = gefragt werden. Vielleicht. Es an Fehlern nicht fehlen lassen. Viel leichter? Ach argh. Ach. Argh.

Ich sollte einfach anfangen. Ich bin ich. Ich habe einen Namen. Sie haben mich vielleicht in Filmen gesehen wie. Vor(stellungsgespräch)schlag: Sei einfach du selbst! Stop pretending. Start playing. Stop & go. Phrasenmäher. Worte klau(b)en. Sich selbst verschenken. Es wird passieren. Es wird. Und wer nichts wird, wird […].

[das ist kein befriedigendes End


Die Wanne is voll! Uh-uh-uh!

Es ging noch nie darum, sauber zu werden.
Als Milchhautknirps schifferte man Fischthermometer durch die Fluten und ließ die Tarnkappenpassagiere auf einem schwimmenden Rückenschrubber einsteigen.
Als Plusterhautmädchen wollte man nicht gestört werden und entdeckte die Brause neu. Lieblingsgeschmack: Waldmeister.
Heute ist Wolkentag. Weiße Duftkerze (Kanelbullar), weiße Milchkaffeetasse, Cremeweiße Kernseife. Zucker und Milch am Beckenrand. Zucker und Milch ins Becken. Mit dem gleichen frohen Schauern und Seufzen, wie mir die Beine in heißheißheiße Wasser gleiten, glitscht mir die Milch über die Knie. Den Rücken krumm machen, damit die Milch besser über den Rücken rutschen kann. Später der Zucker ins Gesicht, gerubbelt. Beides in die Tasse. Zur Innen- und Außenanwendung geeignet.

Tasks for the day heißt ein lang nicht mehr genutztes oO-Dokument auf meinem Desktop. So könnte es heute aussehen:
Sauber machen
– mich
– die Fußböden
Ordnen
– mich
– Mamas Papierstapel
Kaufen
mich Schuhe
– WGeschenke
Für den späten Nachmittag plane ich ein Experiment, das mit Alkoholgenuss und Schreibarbeit zu tun hat. Zunge Finger lockern.
Wenn ich bis dahin nicht eingeschlafen bin. Wenn mich das nicht einschläfert. Shhhhh.


Disclaimer

Jedem Menschen, den ich neu kennenlerne, muss ich eine Karte in die Hand drücken. Ausschlusskriterien oder Disclaimer oder wie man das auch nennen mag. Dinge, die am Produkt lülü kaputt sind und sich bis jetzt nicht reparieren ließen. Das wissen wir aus vielfachen Kundenbewertungen.  (Umtausch leider ausgeschlossen, deshalb diese Warnhinweise.)

1. Ich bin langweilig. Gehe nicht gerne aus, bleibe zuhause, mache langweilige Dinge. Das lustige Aussehen kann nicht über das langweilige Wesen hinwegtäuschen. Manche Menschen beklagen auch die Langweiligkeit meiner Freunde, aber da auch ich langweilig bin, passen wir gut zusammen. Ich mag meine langweiligen Freunde sehr gerne.

2. Ich bin unzuverlässig. Das hat sich zwar mit ein paar Updates ein bisschen verbessert; das beweist aber auch, in was für einem schlechten Zustand ich in Bezug darauf vorher gewesen sein muss. Unzuverlässigkeit bedeutet konkret, dass ich nicht mache, was mir aufgetragen, wenn überhaupt, dann mit großer Verspätung, dass ich generell zu spät bin, dass auf mich, so einfach ist das, kein Verlass ist.

3. Ich bin sensibel. Für Messgeräte wäre das vielleicht eine gute Eigenschaft, bei mir deutet es eher darauf hin, dass ich schnell kaputt gehe; Schale wie Getriebe. Zwar einigermaßen leicht zu reparieren, aber das lohnt sich bei der Anzahl der Zusammenbrüche nicht.

4. Man findet mich nicht. Ich bin die Sache, die man immer wieder verliert und erst nach langer Zeit wieder findet. Das nervt natürlich.

5. Ich höre abrupt und ohne erkennbaren Grund auf, zu funktionieren. Das gehört ein bisschen in die Kategorie Nr. 2 und hat zur Folge, dass mit mir geplante Projekte nicht stattfinden können.

6. Ach, das reicht erst mal.

Auf weitere Kundenklagen gehen wir  natürlich gerne ein und fügen sie zu unserer Liste, um potenziellen Kunden die nötige Transparenz über dieses fehlerhafte Produkt zu geben. Rückholaktionen oder auch die Einstampfung des Produktes hat leider noch nicht funktioniert; diese Option entwickeln wir jedoch gedanklich und hoffen, in näherer Zukunft damit eventuelle Schäden bei unseren Kunden vorzubeugen.


Abi adé?

Das mit der großen Reise hat gestimmt. Es war aber mehr ein Langstreckenflug als eine Schiffsfahrt. Darauf deuteten die Sicherheitshinweise zu Beginn (Die Notausgänge wurden angezeigt!), das spannungsgeladene Sekundenzählen vor dem Abflug, und dass man an seinem Sitzplatz bleiben sollte. Bis auf Toilettenpausen natürlich.

Zwei Zwischenlandungen waren eingeplant:
Die erste fand in der falschen Stadt statt (Fehler vom Tower), aber wer will, darf am 30. April nochmal zum richtigen Zwischenziel. Die Kosten werden von der Fluggesellschaft übernommen.
Die zweite Zwischenlandung war eine ziemlich holprige Notlandung, auch am falschen Ort, aber zusätzlich mit verschreckten Passagieren, die wegen der Turbulenzen um ihr Leben fürchteten. Eine jedenfalls. Sie fährt am 6. Mai mit dem Schiff an den richtigen Ort.

Wie schön war es dafür, am endgültigen Ziel anzukommen! Der neue Koloss empfing uns mit Sonnenschein, flüsterte uns den Amerikanischen Traum ein; jemand hatte Namensschilder mit der Aufschrift „I know you can!“ an unseren Koffern befestigt und verteilfte süße Erdbeeren zur Erfrischung. Eine große Willkommensparty zu unseren Ehren, sogar der Präsident gab sich die Ehre und freute sich mit uns.

Sesshaft werde ich hier aber nicht. Zwischenreiseziele, die noch fehlen. Das schönste in etwa einer Woche.

(Bild ist aus der Sammelkiste Internet. Quittung verloren.)


Schiefgegangen.

Show me forgiveness
for having lost faith in myself
and let my own interior up
to inferior forces
the shame is endless
but if soon start forgiveness
the girl might live

Björk, Show me forgiveness


Abi ahoi!?

Wir begeben uns auf eine große Reise, das sieht man.
Haben gepackte Taschen, viel zu viel Proviant für den Weg (Schokolade, Tee, Traubenzucker, Wasser, Brot, Kekse, Früchte etc.) und mit uns kommen gute Wünsche. Verabschiedung und Ankunft, Umarmungen, als hätte man sich Jahre nicht gesehen oder würde sich Jahre nicht mehr sehen. Wir machen uns reisefertig, ziehen uns gemütlich an, hoffen füreinander, dass alles gut geht.
Es ist eine Schiffsreise. Die dauert lange. Ist ein größeres Abenteuer. Aber wir bestehen es. Wir werden es alle überstehen. Tabletten gegen Übelkeit sind natürlich auch im Gepäck. Hier geht keiner über die Rehling. Und wir winken nochmal zum Abschied.

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Ein anderer Gedanke, und ich glaube ihn fast:
Die legen uns rein. Das Abitur gibt es garnicht. Das ist nur dazu da, uns Angst zu machen. Aber wenn wir in den Prüfungsraum gehen, ist da keine Prüfung. Reingelegt. Wir dürfen den anderen natürlich nichts verraten, bekommen gesagt, was wir an Informationen verbreiten dürfen (welcher Vorschlag leicht war und ob wir Zeit zum Essen hatten z.B.), verbringen die „Prüfungszeit“ aber mit etwas anderem. Was? Keine Ahnung. Ich bin ja erst morgen dran. Und die anderen tun alle so, als hätten sie in echt geschrieben. Das machen die echt gut.
Das Abitur ist bestimmt nur ein Mythos. Wetten?


Neues Level erreicht. Ganz schön luftig-regenbogig hier oben. Näher am Endgegner. Aber auch mit neuen Kräften und Extraleben ausgestattet. Jetzt geht’s ans Kisten zertrümmern und Sternesammeln.


Tas.

Das war das. Es war und ist okay. Der Morgen danach und es ist in Ordnung. Es spielt keine Rolle und das ist gut. Eine von denen zu sein, verändert nichts. Jetzt vorbei und Erleichterung.

Freunde sind Freunde und Freunde sind gut und gut sind Freunde. Fürchte, dass am meisten Lob eher Trostgedanken hängen, aber das ist egal. Es zählt nicht, ob ich gut war, es zählt, dass ich Freunde habe, die da sind, egal, ob ich etwas gut mache, oder mich so durchkringle.

Bin durchgekommen, das war, was ich wollte. Bei allen Zweifeln vorher, bei allen großen Zweifeln und Aufgebegedanken (großen Aufgebegedanken!), ist der Erfolg, es geschafft zu haben. Es ging, auch mit dem Gedanken an alle Ohren und Augen, nicht darum, große Leistung zu erbringen. Die große Leistung war, überhaupt etwas zu bringen. Ehrlich. Wer kann das erahnen?

Auf lippenzitterndes Lächeln ins Publikum folgt ein Ich-sehe-dich-Schulleitungsnicken. Erhascht. Geschafft. Letztes Orchesterkonzert und es ist in Ordnung. Das war das.


Der Plan:

1. Milchkaffee trinken

2. Duschen und Haarewaschen

3. im Handtuch und mit tropfigem Haar Sahne steifschlagen

4. Vanillinzucker unterrühren, Milch warm machen, Glücksbringerchen

5. Badewannenträume, Haare fitzelig flechten, Film schauen.

Klingt gut, oder?